Kinderhaus Tannenhof feiert 30-jährige Erfolgsgeschichte

In Deutschland wachsen zwischen 16-22% der Kinder in suchtbelasteten Familien auf, wie aktuelle Zahlen aus der Suchtlandschaft belegen. In Berlin-Lichtenrade wurde vor exakt 30 Jahren eine Hilfeeinrichtung eröffnet, welche speziell Kinder betreut, deren Eltern sich für eine Drogentherapie entschieden haben. Damit wurde eine Vorreiterrolle eingenommen. Am 6. und 7. September wird nun groß gefeiert!

Bereits im Sommer 1979 begannen engagierter Fachkräfte in Berlin-Lichtenrade die Arbeit mit drogenabhängigen Menschen und dem Aufbau einer suchttherapeutischen Einrichtung. Dafür konnten die dortigen Gebäude und ein parkähnliches Areal in der Mozartstraße genutzt werden, welches schon immer sozialen Zwecken gewidmet war und seit 1901 unter dem Namen „Tannenhof“ bekannt ist. Dieser Name wurde für die Einrichtung übernommen und diente später auch dem Trägerverein als Anregung. So heißt die Einrichtung noch heute „Tannenhof Zentrum I“ und der Gesamtverein inzwischen offiziell „TANNEN-HOF Berlin-Brandenburg e.V.“!

In jener Anfangszeit der Suchttherapie war die parallele Mitbetreuung von Kindern oder gar die direkte Mitaufnahme von Kindern aus suchtbelasteten Familien überhaupt nicht üblich, obwohl die Beziehung zum eigenen Nachwuchs für Suchtkranke häufig ein zentraler Punkt im Leben der Eltern und damit wichtigste Motivation in der Therapie war und ist.

Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde erstmalig 1982 eine süchtige Mutter mit ihrem Kind im Tannenhof aufgenommen. Da der Bedarf an Kinderbetreuung während der stationären Therapiephase bereits damals sehr groß war, erfolgte 1983 die Anerkennung der Kindergruppe im Tannenhof! Damit wurden völlig neue Wege beschritten und in die Suchttherapie der Eltern wurden erstmalig auch die Begleit- und Folgebelastungen für die Kinder mit einbezogen.

Seitdem wird im Tannenhof und seinem Kinderhaus parallel zur Sucht-Reha-bilitationsbehandlung sehr erfolgreich mit den Kindern und Eltern ein pädagogisch-therapeutisches Konzept umgesetzt:

Seit 1983 insgesamt 639 Kinder betreut und es bewies sich, dass die Erfolgsquote bei der Suchttherapie der Mütter/Eltern deutlich höher ist, wenn die Kinder während der Therapie mit dabei sind. Alleine in den letzten fünf Jahren wurden ca. 200 Kinder betreut, während ihre Eltern im Haupthaus des Tannenhof Zentrum I die stationäre Therapie absolvieren.

Sein 30-jähriges Bestehen wird das Kinderhaus am 6.9.2013 von 9:00 – 14:00 mit einem Fachtag sowie einem großen Kinderfest am 7.9.2013 ab 13:30 auf dem Gelände feiern. Zum Fachtag werden unter anderem Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Fa-milie und Jugendstadtrat Oliver Schworck als Laudatoren erwartet.