Naturschutz-Station Marienfelde und die Zwiebelfrösche

Es wächst, blüht und gedeiht…

Vor vielen Jahren war hier ein Müllberg. Jetzt blüht an dieser Stelle die Natur und viele seltene Tierarten haben ein Zuhause gefunden. Am Rande von diesem „Freizeitpark Marienfelde“, der direkt am südlichen Stadtrand von Berlin liegt, ist die NABU-Naturschutzstation Marienfelde entstanden.

NaturRanger Björn Lindner arbeitet hier seit Jahren und sorgt mit seinen Helferinnen und Helfern dafür, dass sich Naturschutz, Erholung und Wissensvermittlung praktisch und erlebbar ergänzen.

Es ist erstaunlich, wie sich dieses Paradies am Rande der Großstadt, in den letzten Jahren entwickelt hat.

Frösche und Kröten, seltene Vogelarten und Eidechsen leben in dieser Schutzzone und vermehren sich. Die Eidechsen sonnen sich am Wegesrand und ein Froschkonzert erklingt im Hintergrund. An einer Uferecke wird extra für Ufer-Schwalben eine Abbruchkante aufgeschüttet, damit sie hier Unterschlupf finden.

Hilfe ganz praktisch

Viele Helferinnen und Helfer wuselten herum und waren mit den unterschiedlichsten Aufgaben beschäftigt. Der Zimmerer Andreas Winter ist im Rahmen des Ökologischen Freiwilligendienstes beim Bau eines neuen Holzhauses für den Lehr-Imkerstand. Hier wird in wenigen Wochen richtig Leben einkehren und Kinder und Erwachsene können sich über Bienen und die Imkerei informieren. Die Bienen summen schon um ihre Stöcke und sammeln fleißig Nahrung. Einzelne Kinder kümmern sich um die Hühner und Kaninchen und die Eltern helfen bei den Erdarbeiten am Imkerstand. Eine Gruppe von Studentinnen und Studenten der Technischen Universität bauen schon seit Monaten, im hinteren Bereich der Naturschutzstation, an einer Kleinst-Biogas-Anlage. Unter dem Motto „Von der Kippe zur TrenntStation“ wird für das „Grüne Klassenzimmer“ ein ganz praktisches Anschauungsobjekt für die Gewinnung von Energie und von Kreisläufen der Natur aufgezeigt.

Björn Lindner betont immer wieder, dass die Naturschutzstation nur durch die Unterstützung der vielen Menschen überleben kann.

Gerade neu wurde der Weidentunnel geflochten. Das dahinterliegende Schmetterlingshaus ist schon vorbereitet. Die Brennnesseln werden in Kürze dafür sorgen, dass sich die Larven zu schönen Schmetterlingen entpuppen. Später werden die Schmetterlinge wieder in die Natur entlassen.

Das „Grüne Klassenzimmer“ und jede Menge Sponsoren

Das Konzept vom „Grünen Klassenzimmer“ basiert auf den Gedanken der Verknüpfung von ökologischer Bildung und Naturerlebnis. Hier werden hauptsächlich Kinder im Vor- und Grundschulalter angesprochen, die Natur erleben, ertasten und bestaunen können. Für dieses „Grüne Klassenzimmer“ wurde die überdachte Unterkunft mit Hilfe von vielen Sponsoren, besonders aus Marienfelde und vom Unternehmer-Netzwerk Motzener Straße, aufgewertet und ausgebaut. Jetzt kann den wissbegierigen Kindern ein Unterschlupf vor Regen und Wind geboten werden. An anderer Stelle kooperiert und unterstützt beispielsweise die BSR, die Wohnungsgesellschaft degewo, obeta-electro und der TSV Marienfelde.

Die Naturschutzstation lebt von vielen aktiven Menschen und der Unterstützung von vielen Sponsoren. Für Björn Lindner wäre es undenkbar, ohne diese Unterstützung die große Aufgabe zu bewältigen. Aktiv helfen auch die ortsansässigen Bauern Wiese, Lehmann und Mette. Gegenseitig unterstützt man sich bei den Arbeiten für die Natur.

Mit den JuniorRangern unterwegs

Nathalie Bunke, von der Luftifux Naturpädagogik, ist mit den JuniorRangern im Freizeitpark unterwegs. Die JuniorRanger, die sich „Zwiebelfrösche“ nennen, haben schon viel über die Flora, Fauna und den verantwortlichen Umgang mit der Natur gelernt. Eine kleine Prüfung ist obligatorisch, bevor man sich JuniorRanger nennen darf. Dann darf ganz praktisch mitgeholfen werden. NaturRanger Björn Lindner sagt augenzwinkernd: „Hier ist Kinderarbeit ausdrücklich erwünscht!“

Der Jugend- und Umweltstadtrat Oliver Schworck ist Schirmherr der Zwiebelfrösche und unterstützt Björn Lindner und seine Arbeit für die Natur. Björn Lindner betont, dass er die Maßnahmen immer in ganz enger Abstimmung mit der bezirklichen Naturschutzbehörde durchführt.

Heute ist es Aufgabe der „Zwiebelfrösche“ einen Aufgabenlauf „Der Natur auf der Spur“ in kleinen Gruppen zu absolvieren. Dies ist aber nicht nur Beschäftigung für die Kinder. Der Fragebogen soll künftig ein Angebot für Familien und Kindergruppen sein, auch eigenständig Teile der Natur zu erkunden. An der Infotafel am „Folienteich“ soll man sich über die Ringelnatter informieren und sie zeichnen, Baumarten sollen benannt werden und Fragen zur Zauneidechse sollen beantwortet werden. Die JuniorRanger testen den Fragebogen, ob er dann später für alle kleinen Besucher geeignet ist. Stolz sind die JuniorRanger über ihre neuen T-Shirts, die von der Volksbank gespendet worden sind.

Am Naturerlebnispfad im Freizeitpark Marienfelde kann man sich an vielen Stationen näher informieren und die Natur genießen. Der Alpengipfel, der höchste Punkt in Marienfelde, ist circa 80 Meter hoch und bietet einen Panorama-Blick auf Berlin.

 

Thomas Moser (Text und Fotos)