Kinder und Jugendliche bewerten ihr Lichtenrade

Lichtenrade hat ein neues Vorort-Büro. Dazu später mehr. Heute standen Kinder und Jugendliche im Vordergrund. Im Rahmen des „Tages der Städtebauförderung“ hat der Bezirk Tempelhof-Schöneberg Ende Mai 2016 sein großes Projekt rund um die Lichtenrader Bahnhofstraße in den Mittelpunkt gestellt.

Die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung, Dr. Sibyll Klotz, gab den Startschuss für die Spielleitplanung im Rahmen des „Aktiven Zentrums Lichtenrade“. Die Spielleitplanung ist ein „Instrument“, mit dem die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen in der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden. Hierfür werden Erkundungen durchgeführt.
Die Stadträtin begrüßte die Kinder und Jugendliche: „Eure Ideen für einen attraktiven öffentlichen Raum hier in Lichtenrade sind gefragt! Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Kiezerkundungen.“ Am bundesweiten Tag der Städtebauförderung können Interessierte vor Ort einen Blick auf Pro-jekte und Aktivitäten werfen und sind zum Mitmachen eingeladen.
Circa 20 Kinder und Jugendliche kamen, um ihre Erfahrungen und Ideen über ihren Lebensraum weiterzugeben. Die kleineren Kinder kamen von der Käthe-Kollwitz-Grundschule, die genau im Zentrum des Fördergebietes des Aktiven Zentrums in Lichtenrade liegt.
Die älteren Jugendlichen kamen vom bezirklichen Kinder- und Jugendparlament. Sie wohnen in Lichtenrade und besuchen teilweise das Lichtenrader Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, dass auch in der Nähe der Bahnhofstraße ist. Es sollten nicht nur Spielplätze bewertet werden, sondern es galt auch öffentliche Räume aus Sicht der Kinder zu beurteilen. Dafür gab es grüne und rote Luftballons mit Schildern, die Positives und Negatives symbolisieren sollten. Dann wurden die drei Gruppen mit Stadtplänen und Fotoapparaten bestückt, um ihre Erfahrungen zu dokumentieren. Die Kinder und Jugendlichen bestimmten den Weg und die Begleiterinnen und Begleiter unterstützten die Kinder nur.
Die Gruppe vom Kinder- und Jugendparlament, Clara, Melek, Melina und Simon, gingen zuerst zur ehemaligen Mälzerei. Dort wurden ein roter und ein grüner Luftballon platziert. Simon findet das Gebäude sehr schön. So geht es auch den anderen Jugendlichen. Clara formulierte dann einen Wunsch: „Es wäre sehr schön, wenn hier eine Einrichtung für Kinder und Jugendliche entstehen würde.“ Weiter ging es über die Bahnhofstraße. Da die Jugendlichen oft mit dem Fahrrad unter-wegs sind, bemängelten sie besonders die Gefahren für Fahrradfahrer: „Besonders gefährlich ist, dass die ausparkenden Autos oft Radfahrer auf der Straße übersehen.“
Der Bezirksverordnete Patrick Liesener ist im Gebietsgremium aktiv und begleitete eine Kinder-gruppe: „Ich finde es wichtig, dass im Rahmen von Bürgerbeteiligung Kinder- und Jugendliche eingebunden werden. Sie haben häufig einen viel unverkrampfteren Blick als Erwachsene. Die Kinder, mit denen ich unterwegs war, wünschten sich mehr Zebrastreifen, Spielmöglichkeiten auf dem Rehagener Platz und ärgerten sich über Müll auf den Straßen. Das klingt für mich alles sehr unterstützenswert.“
Nach den intensiven Rundgängen trafen sich die Beteiligten im neuen Vorortbüro in der Prinzess-innenstraße 31.
Hier wurden die Rundgänge ausgewertet und die Kinder konnten sich mit Getränken und Brötchen stärken.
Im Vorortbüro des Aktiven Zentrum Lichtenrade Bahnhofstraße wird in Kürze richtig Leben einkehren. Hier kann man sich dann an vier Tagen in der Woche informieren. Bei der ersten Eroberung des Büros im Rahmen der Kiezerkundung sah man, dass die Handwerker einiges zu tun haben. Die Verantwortlichen hoffen, dass im Juni die Arbeit richtig los gehen kann.
Thomas Moser