Tagespflege mit Zertifikat

Für die Frauen, die an diesem Abend die Treppen zum Rathaus Friedenau hinaufstiegen, stellt ihr Beruf gleichzeitig eine Berufung dar: Tagesmütter, die teilweise seit vielen Jahren für die Kinder und Familien des Bezirkes Tempelhof-Schöneberg tätig sind. Im Rahmen einer kleinen Feier erhielten sie am 3. März 2011 im Rathaus Friedenau die Berliner Grund- und Aufbauzertifikate der Kindertagespflege.

Jugendamtsdirektor Wolfgang Mohns würdigte in seiner Rede die Bereitschaft der Ta-gesmütter und –väter zur ständigen berufsbegleitenden Weiterbildung und Qualifizierung. 21 Grund- und 21 Aufbauzertifikate konnten in diesem Jahr durch Herrn Mohns überreicht werden. Zur Erlangung der Zertifikate hatten die Tagesmütter und -väter umfangreiche Kurse besucht. Geschult wurden sie in den Bereichen Pädagogik, Psychologie, pädagogi-sche Angebote, Selbstreflexion, Elternarbeit, Gesundheit und Ernährung. Die Kurse wur-den bei verschiedenen Bildungsträgern besucht, vorwiegend in der bezirklichen Bildungs- und Begegnungsstätte, dem Tempelhofer Forum an der Gottlieb-Dunkel-Straße, das über ein breit gefächertes Angebot verfügt (www.tempelhoferforum.de).

Herr Mohns wies in seiner Würdigung der Leistungen auf die gesellschaftliche Aufgabe von Bildung, Betreuung und Erziehung in den ersten kindlichen Lebensjahren hin. Wobei die Tagespflegeeltern eine besondere und wichtige Aufgabe übernehmen, da sie durch kleine Gruppengrößen ein besonders familiennahes Angebot bieten können. An die Ta-gesmütter und -väter werden qualitativ die gleichen Anforderungen gestellt wie an die pä-dagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten, beispielsweise das Arbeiten nach dem Berliner Bildungsprogramm oder das Führen des Sprachlerntagebuches. Herr Mohns be-dankte sich für das Engagement und den Einsatz der Tagesmütter und -väter.

Herr Mohns hatte im Rahmen der Feierlichkeiten auch die Möglichkeit, 14 neu gewonnene Tagesmütter kennen zu lernen, die an der 160-Stunden-Grundqualifizierung des bundes-weiten Aktionsprogramms Kindertagespflege teilgenommen hatten. Gleichzeitig konnte Herr Mohns auch vertraute Gesichter begrüßen. Er freute sich besonders über die Ta-gesmütter, deren Tagespflegestellen er selbst als junger Sozialarbeiter vor fast 30 Jahren im Bezirk eingerichtet hatte. Eine Tagesmutter erkannte er als Tochter einer ehemaligen Tagesmutter und stellte sie „als lebendigen Beweis, dass Tagespflege manchmal vererb-bar ist“, vor.

Am Ende der Veranstaltung wies der Jugendamtsdirektor darauf hin, fleißig Werbung für den Beruf der Kindertagespflegeperson zu machen. Tempelhof-Schöneberg ist bereits jetzt der Bezirk, der über die meisten Tagespflegestellen verfüge. Er habe es sich weiter-hin zum Ziel gemacht, Tagespflegestellen einzurichten, um Eltern die Möglichkeit zu ge-ben, Beruf und Familie gut miteinander zu verbinden.

Informationen zu den Kindertagespflegestellen sind im Bezirk Tempelhof-Schöneberg in den Bürgerämtern, den Anmeldestellen zur Tagesbetreuung in der Strelitzstraße 15 sowie unter den Telefonnummern 90277-2532/2353 erhältlich. Auch die Website des Jugendam-tes, die über www.berlin.de zu erreichen ist, bietet zahlreiche Informationen, unter ande-rem zum Anmeldeverfahren und zu freien Plätzen.

Anne Weber