Stadtrat Oliver Schworck besucht Medienpoint

Es ist das traurige Los von Projekten, die durch das JobCenter finanziert werden, immer wieder neu ihre Maßnahmen beantragen und auf eine Verlängerung hoffen zu müssen. Nur noch für wenige Monate werden die Projekte bewilligt. Zum Jahresanfang hatte der beliebte Medienpoint in der Tempelhofer Werderstraße 13 eine Hängepartie, die dadurch    überbrückt wurde, dass die Mitarbeiter ehrenamtlich weitermachten, um den Medienpoint am Leben zu erhalten. Jetzt hoffen die zehn dort Tätigen, dass es über den Jahreswechsel hinaus weitergeht und nicht ihr gut besuchter Kieztreffpunkt schließen muss.

Heute hat Bezirksstadtrat Oliver Schworck den Medienpoint besucht. Die „Seele vons Janze“, wie der Berliner sagt, Henning Hamann und der Projektleiter des Trägers, Kulturring in Berlin e.V., Reno Döring, stöberten mit Stadtrat Schworck in den Regalen des Ladens, der Bibliothek und Kieztreffpunkt zugleich ist. Das „Geschäftsmodell“ des Medienpoints ist ganz einfach: Wer gelesene Bücher, genügend gehörte Schallplatten, CDs oder Kassetten, nicht zu Hause in seinen Schränken verstauben lassen will, schenkt sie dem Medienpoint. Man kann sie selbst hinbringen oder abholen lassen. Dort werden sie liebevoll archiviert und aufbewahrt, bis Interessenten kommen, die bis zu drei Büchern oder andere Medien kostenlos ausleihen dürfen. Wer mag, kann die Bücher auch behalten. Besonders beliebt ist die Kinderbuchabteilung. Auch die Kindereinrichtungen der nahe gelegenen  ufaFabrik sind Stammgäste im Medienpoint.

Henning Hamann, einst bekannter Rundfunkdiscjockey bei 100,6, Rias und SFB, zeigte Oliver Schworck die Schallplattensammlung, darunter zum Beispiel historische Aufnahmen vom Hamburger Hafenkonzert.

Die Mitarbeiter des Medienpoints verzeichnen einen positiven und stetigen Aufwärtstrend. Die Besucherzahlen sind von 2008 mit 1.170, über 2009 mit 4.633 und 2010 mit 6.444 bis 2011 über 7.000 angestiegen. Der Medien-Ausgang steigerte sich von 6.267 über 15.881 und 28.251 auf über 37.000 in 2011. Stadtrat Schworck zeigte sich von dieser großen Nachfrage sehr beeindruckt. Auch der Medien-Eingang belegt die gleiche Tendenz: von 8.361 über 23.507 und 38.497 auf über 42.000 (Stand 30.11.2011). Der Laden in der Werderstraße ist zu einem wahren Umschlagplatz für gebrauchte Medien geworden.

Projektleiter Reno Döring lobt die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem JobCenter. Er, die Mitarbeiter des Medienpoints und die zahllosen Besucher hoffen nun auf ein Weih-nachtswunder, damit ihr Treffpunkt erhalten bleibt. Auch Jugendstadtrat Oliver Schworck würde sich freuen, wenn das Projekt, das vor allem für Kinder und Jugendliche so interessant ist, weiterhin bestehen bliebe.

Bericht: Ed Koch