Mitteilungen des Jugendamtes

A. Jugendamt gesamt
Im Rahmen der Haushaltsplanaufstellung sind die Ausgaben für den Jugendbereich titel-scharf zu benennen. Der Großteil der Vorgaben ist durch Mindestveranschlagungen festgelegt, so dass nur wenige Spielräume zur Gestaltung bestehen. Trotz kameraler Einsparungen in der Jugendhilfe im Jahr 2011 ist es zu Budgeverlusten gekommen, die sich in einer geringeren Zuweisung als benötigt ausdrücken. Insbesondere die Ausgaben im Bereich der Hilfen zur Erziehung, die aus individuellen Rechtsansprüchen herrühren, haben hier zu den Verlusten geführt. Der Ausgleich dieses Budgetdefizites wird nur über Reduzierungen im Bereich der Leistungen möglich sein, die nicht aufgrund subjektiver Rechtsansprüche erfüllt werden müssen. Hiervon werden die Maßnahmen der Jugend-arbeit, der Jugendsozialarbeit und der Familienförderung betroffen sein. Weiterhin wer-den Einschnitte bei den Honoraren in diesem Bereich unvermeidlich sein.

B. Familienunterstützende Hilfen
o    Am 19.01.2012 wurde in den Räumen des Nachbarschaftsheimes Schöneberg, Holsteinische Str. 30, 12161 Berlin durch die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Frau Sandra Scheeres, die Berliner Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder eröffnet.

Die Anlauf- und Beratungsstelle hat die Aufgabe, die ehemaligen Heimkinder auf der Basis des bundesweit eingerichteten Fonds zu unterstützen. Sie soll zum Treffpunkt für die betroffenen werden, den notwendigen weiteren Dialog befördern und das Wissen über die Geschehnisse der damaligen Zeit (50er bis 70er-Jahre) in die Öffentlichkeit tragen. Sie steht auch den ehemaligen Heimkindern aus der DDR offen. Berlin ist somit ein weiteres Bundesland, in dem sich eine solche  An-lauf- und Beratungsstelle befindet. Träger dieser Stelle wird die Gesellschaft für sozial-kulturelle Arbeit (GSKA) sein.

o    Der Träger Familien für Kinder gGmbH hat nunmehr im Rahmen eines Leis-tungsvertrages die Pflegekinderhilfe Tempelhof-Schöneberg ab dem 01.01.2012 formell übertragen bekommen. Familien für Kinder gGmbH führt seine Arbeit in Kooperation mit dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg in Räumen in der Guts-muthsstr. 24, 12163 Berlin sowie in der Stresemannstr. 78, 10963 Berlin durch.

o    Ebenfalls ab dem 01.01.2012 hat das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg mit dem Träger Familien für Kinder gGmbH einen Leistungsvertrag “Krisenhilfe” über die Unterstützung des Regionalen Sozialdienstes bei akuter Kindeswohlgefährdung oder nach Inobhutnahme von Kindern im Alter von 0 bis 8 Jahren abgeschlossen, der auch der Unterbringung dieser akut gefährdeten Kinder in Krisen- und Bereit-schaftspflegestellen oder in Kriseneinrichtungen dient.

C. Tagesbetreuung für Kinder

2011 hat der Bezirk insgesamt fast 95 Millionen Euro an die Träger der Kindertages-betreuung/ Kindertagespflege gezahlt. Es wurden 11.500 Kinder in Kindertagesstätten oder Kindertagespflegestellen betreut und gefördert. Der Fachbereich wird auch 2012, spätestens zum Ende des 2.Quartals, eine überarbeitete Entwicklungsplanung zur Ta-gesbetreuung für Kinder erstellen und dem JHA zur Kenntnis geben.

Die von SenFin für das Jugendamt vorgesehene unbefristete Stelle zur Umsetzung der Bildungs- und Teilhabeleistungen (BuT) konnte zum 01.12.2011 mit einer Außeneinstel-lung umgesetzt werden. Weitere 0,6 Stellen sind für das Jugendamt befristet auf 2 Jahre vorgesehen und befinden sich in der Ausschreibung. Die Inanspruchnahme von BuT-Leistungen erfolgte 2011 noch recht zögerlich – das Jugendamt setzt sich gemeinsam mit den Trägern der Kindertagebetreuung und den Leistungsstellen des Bezirkes dafür ein, Eltern besser über die BuT-Möglichkeiten zu informieren und sie bei der Antragstel-lung zu unterstützen.

Die Kindertagesstätte „little people e.V.“ in der Bruno-Möhring-Str. 7 mit einer Kapazität von 90 Betreuungsplätzen hat ihre Geschäftsführung zum 15.08.2011 dem Träger Pe-WoBe – Gemeinnützige soziale Betreuungsgesellschaft mbH – übergeben. PeWoBe be-treibt in der Region um Cottbus mehrere Kindertageseinrichtungen und hat mit Erteilung der Betriebserlaubnis durch SenBJW zum 01.01.2012 offiziell die Trägerschaft der Kin-dertagesstätte übernommen.

Der Gemeindekirchenrat Alt-Tempelhof hat in seiner Sitzung am 16.09.2011 beschlos-sen, das Grundstück in der Albrechtstraße 106 zur Veräußerung anzubieten. Der evan-gelischen Kindertagesstätte auf dem Grundstück droht die Schließung, sollte ein Käufer die anderweitige Grundstücksverwertung beschließen. Es ist dem Bezirksamt und der Region von großer Bedeutung, die sich daraus ggf. ergebenen sozial-, bildungspoliti-schen und wirtschaftlichen Konsequenzen zu verhindern. Das Bezirksamt hat sich bereits bei den zuständigen Stellen intensiv dafür eingesetzt, dass die Kita ihren Betrieb im bis-herigen Umfang fortsetzen kann.

Seit 01.01.2012 erfolgt die Finanzierung der Kooperationspartner der ergänzenden För-derung und Betreuung an Grund- und Sonderschulen durch das Jugendamt.

D. Aus den Regionen

Region Schöneberg Nord

o    Fragestunde mit der Polizeioberkommissarin
Seit mehr als 5 Jahren finden im Café Pink, Goltzstraße 40, Mädcheneinrichtung der Kiezoase Schöneberg e. V., Fragestunden mit der Polizeioberkommissarin Frau Phlip-peau statt. Zu den Treffen kommen die Besucherinnen des Mädchentreffpunktes mit Fragen und Problemen ihres Alltages. Zum Beispiel wird gefragt: „Was tue ich, wenn ich im Dunkeln verfolgt werde?“

In den Gesprächen wird auch deutlich, dass es den Besucherinnen mit türkisch-arabischen Hintergrund immer wieder Schwierigkeiten bereitet, zwischen dem kulturell-religiösen Anspruch ihrer Familien und dem realen Leben in der deutschen Gesellschaft zu agieren.

Darüber hinaus werden aktuelle Pressethemen, welche spezifische Problematiken der Mädchen betreffen, in Gruppendiskussionen aufgegriffen. Durch die sich periodisch ver-ändernde Alters- und Besucherzusammensetzung gibt es auch immer wiederkehrende Inhalte. Zu diesem breiten Themenspektrum gehören Fragen wie beispielsweise zum Komplex Zwangsheirat, Angstplätzen in Schöneberg Nord, Straßenstrich in der Froben-
straße, Mobbing an Schulen sowie Mobbing in der Freizeit. Die Mitarbeiterin der Polizei informiert ihrerseits beispielsweise über neue Gesetze (Jugendschutz, etc.) und Krimi-nalstatistiken.

Eine Gruppe von bis zu 15 Teilnehmerinnen nimmt regelmäßig an den Treffen teil, die jüngsten Teilnehmerinnen sind 9 Jahre alt. Integriert in die Fragestunde sind über die Gespräche hinaus gemeinsame Rundgänge im Lebensumfeld der Gesprächsteilnehme-rinnen. Dazu gehört als fester Bestandteil auch der Besuch der Polizeiwache Abschnitt 41, dort werden dann Einblicke in die Arbeit der Polizei gegeben.

Region Friedenau

o    Ein Konzert der besonderen Art veranstaltet die Kifrie Musiketage jedes Jahr im Dezember an einem Samstag vor oder nach dem Nikolaus. Diese Veranstaltung bietet allen Kinder- und Jugendbands und den Schlagzeuggruppen die Möglichkeit aufzutreten und ihre erarbeitete Musik vor Publikum zu präsentieren. Dabei treffen (auftritts-)erfahrene Jugendliche auf Kinder, die in ihren musikalischen Anfängen stecken und erst seit kurzer Zeit in einer Band spielen.

Dieses Mal half die Band „We are walkers“ ab 12:00 Uhr beim Aufbau und Trans-port des technischen Materials und der Bühne. Zum Beispiel der 17-jährige Schlagzeuger der Band besucht die Kifrie Musiketage seit 8 Jahren. Angefangen hat er als Schlagzeugschüler und hat seither in mehreren Bands gespielt. Insge-samt spielten sechs angeleitete Kinder- und Jugendbands, drei der selbstständig probenden Jugendbands traten für je 20 Minuten auf. Für die Band „Tumble Weeds“ war das der erste Auftritt, der ihnen so viel Spaß machte, dass sie zusi-cherten, beim Dürerplatzfest im Sommer aufzutreten.

Auch Maraschicki, die Trommelgruppe für Kinder und Jugendliche mit Behinde-rungen trat auf. Die etwas aufwändige Umbaupause (12 Stühle, 12 Trommeln und ein Rollstuhl mussten auf die Bühne gehoben und das Bandequipment nach hin-ten geschoben werden) wurde von den beiden 9-jährigen Moderatoren überbrückt, indem sie Interviews mit dem Publikum führten. Alle Teilnehmerinnen und Teil-nehmer der Trommelgruppe waren sehr aufgeregt. Sie spielten drei Lieder, wobei bei dem letzten, jede und jeder nach eigenen Fähigkeiten ein Solo spielte. Über den Applaus freuten sich die Maraschickis sehr und einige wollten gar nicht mehr von der Bühne.

Die behinderten Kinder und Jugendlichen sind gut in die Musiketage integriert und erhalten beim Fest viel Unterstützung und Anerkennung von den anderen Kinder und Jugendlichen. Auch die  Schlagzeuggruppen bekamen die Möglichkeit aufzu-treten und Gelerntes zu präsentieren. Diese Darbietung hatte „Performance–Charakter“. Das Nikolauskonzert mit seiner eher familiären Atmosphäre bot allen,  die aufgetreten sind, eine gute Möglichkeit ihre Lieder vor einem wohlgesinnten   Publikum zu präsentieren. Nach den Auftritten waren alle über das Lob von Freunden und Eltern sehr erfreut.

Die Kinder verkauften Getränke und Kuchen und der technikbegeisterte 9-jährige Schlagzeuger E. der „Music Heroes“ bediente während der gesamten Veranstal-tung das Lichtpult. Bevor er seinen Auftritt hatte, erklärte er dieses einem Jungen aus einer anderen Kinderband, damit auch seine Band vom professionellen Licht profitieren konnte. Einige Eltern halfen gemeinsam mit den Kindern und Jugendli-chen beim Auf- und Abbau und Kuchenverkauf.  Die Jugendband „Tumble weeds“ half mit abzubauen, dabei musst das gesamte Equipment in der Musiketage wie-der hergestellt werden, damit am Sonntag andere Jugendbands wie gewohnt pro-ben konnten. Insgesamt waren ca. 150 Zuschauer im großen Saal im Nachbar-schaftshaus in Friedenau und zeitweilig war es so voll, dass es nur noch Stehplät-ze gab.

o    Die “Burg” hat im Rahmen eines Internetprojektes die Burg-Online-Zeitung “Dra-chenpost” neu entwickelt. Hier können Artikel, Comics und noch viel mehr ent-deckt werden, die von Kinder und Jugendlichen der BURG geschrieben, gestaltet und gezeichnet wurden:

http://www.jugend-burg.de/drachenpost/index.html

o    Kooperation und Vernetzung
Vor etwa eineinhalb Jahren haben sich Kita´s und Grundschule in Friedenau auf den Weg gemacht, um ihre Zusammenarbeit zu verbessern.

Als Teil des Bildungsnetzwerkes sollte der Übergang von Kindern aus der Kita in die Grundschule am Standort der Peter-Paul-Rubens-Grundschule in Friedenau besser gestaltet werden.

Initiiert und begleitet wurde dies im Rahmen des „Netzwerk Bildung Friedenau“ durch das Jugendamt Tempelhof-Schöneberg, Region Friedenau. Zwei Mitarbeiterinnen des Nachbarschaftsheimes Schöneberg e.V. wurden durch die Regionalleitung Dag-mar Jotzo damit beauftragt, den Prozess zu koordinieren und zu moderieren. Zielset-zung war und ist es, Kinder und deren Familien besser auf den Eintritt in die Schule und die Schule besser auf die zu erwartenden Kinder vorzubereiten. Der Übergang wird somit aktiv gestaltet und das Vertrauen der Eltern in die Schule ihres Einzugsbe-reiches gestärkt.

Am 26. Januar 2012 werden die Vertreter der beteiligten Kindertagesstätten und der Peter-Paul-Rubens-Schule nun diesen erfolgreichen Beginn einer dauerhaften und nachhaltigen Kooperation mit der feierlichen Unterzeichnung einer Kooperationsver-einbarung im Rathaus Friedenau besiegeln.

Region Tempelhof

o    Regionale Arbeitsgemeinschaft (RAG)
Am 16.01.2012 fand das traditionelle Neujahrstreffen der RAG im Jugend-amt/Standort Strelitzstr. statt. Ca. 35 Vertreterinnen aus den Bereichen Jugendamt (Regionalleitung, RSD, Jugendförderung), regionale Träger der Jugendhilfe, Tages-pflege und Kita, Schule (Schulleitung und Schulsozialarbeit), Polizei sowie Bera-tungsstellen nutzten die Gelegenheit zum regen fachlichen Austausch. Neue Kontak-te wurden aufgebaut, vorhandene vertieft und Verabredungen für einzelne Vorhaben getroffen. Parallel wurden fotografische Eindrücke von der Kiezerkundung im Juni 2011 zum Thema „Prävention hat viele Gesichter“ und dem Jugendaktionstag im No-vember 2011 mit Theater- und Musikauftritten junger Menschen aus der Region so-wie Infoständen zu Themen für Jugendliche gezeigt. In den Gesprächen wurde die Bedeutung der Kiezerkundungen für die Fachkräfte hervorgehoben.

Region Mariendorf

o    Im Rahmen der Kooperation Schule-Jugendhilfe führte die Musical-AG der Ludwig-Heck-Grundschule am 20.12.2011 und 21.12.2011 vor vollem Saal im JFH Bungalow mit 40 Mitwirkenden das Kindermusical “Prinz OWI lernt König” auf. Dabei bestand die neue Beschallungs- und Beleuchtungstechnik, inklusive Einsatz des „Sternenhimmels“, ihre Bewährungsprobe.

o    Die Zuschauer waren so begeistert, dass es am Montag, den 20.02.2012 um 14:30 Uhr, ebenfalls im Bungalow, noch eine Zusatzvorstellung für die Mariendor-fer Kinder und Jugendlichen aus den Ganztagsbetreuungen der Schulen und den Freizeiteinrichtungen geben wird, bevor das Musical Ende Februar noch zweimal im FEZ in der Wuhlheide zur Aufführung kommt.

o    Gemeinsam mit der Rudolf-Hildebrand-Grundschule, teilfinanziert von der Jugend-förderung Mariendorf, wird im Rahmen der Gewaltprävention, bereits seit mehre-ren Jahren erfolgreich ein einjähriger Judo-Kurs unter der Leitung des Kinder- und Jugendlichentherapeuten und Judolehrers Nils Feyerabend durchgeführt. Jetzt konnte zwölf Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse nach fünf-monatigem Training vor Freunden, Eltern und Geschwistern der weiß-gelbe Gürtel verliehen werden.

o    Gleich zum Jahresanfang trafen sich am Samstag, den 07.01.2012 alle Mitglieder des CdM42 zu einem halbtägigen Team-Tag, um sich, nachdem im letzten Jahr viele neue Mitglieder hinzugekommen waren, über die Teamregeln zu verständi-gen und die Aktivitäten dieses Jahres zu planen. Höhepunkt wird wieder das am Sonntag, dem 10.06.2012 stattfindende 7.Multi-Kulturen-Fest sein.

o    Unterstützt durch „Toleranz fördern- Kompetenz stärken“ führten auch im Jahr 2011, vom 10. bis 14.11., die Kirchengemeinde Mariendorf und die Kinder und Ju-gendlichen der Mariendorfer Freizeiteinrichtungen und dem CdM42 ein Seminar durch, um sich dem Thema  „Verfolgung von Kindern und Jugendlichen im Na-tionalsozialismus“ zu widmen. Hautnah wurden den Teilnehmern in der Jugend-begegnungsstätte Ravensbrück in den Herbstferien das Leiden der Opfer in der NS-Zeit deutlich. Die daraus entstandene Ausstellung wurde erstmalig im Rahmen des 11.Berliner Jugendforums Ende November im Abgeordnetenhaus gezeigt und vom Parlamentspräsidenten Ralf Wieland zur Teilnahme am „Denkmal 12“ einge-laden. Dort war die Präsentation vom 16.01.-23.01.2012 im Casino des Abgeord-netenhauses zu besichtigen.

Region Marienfelde

o    Situation im Übergangswohnheim Marienfelder Allee 66 bis 80
Ab Januar 2012 soll die Zahl von derzeit 423 Bewohnerinnen und Bewohnern auf ca 500 aufgestockt werden. Aktuell leben dort ca. 220 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

40 Kinder im Grundschulalter werden durch die Kiepertgrundschule im Rahmen von Sonderklassen beschult und anschließend entweder im Hort auf dem Gelände oder in der Kiepertschule betreut. 12 Oberschüler/innen besuchen Sonderklassen der Teske ISS oder anderer ISS.

Die Kinder im Kitaalter werden auf dem Gelände von 4 Erzieherinnen des IB (Interna-tionaler Bund) betreut. Eltern haben die Möglichkeit ihre Kinder in der Zeit von 8:00 Uhr bis 19:00 Uhr für mehrere Stunden dort betreuen zu lassen. Mehr als 20 Kinder gleichzeitig sind selten in der Gruppe. Als Freizeitangebot finden einmal wöchentlich eine Mädchengruppe und eine Jungengruppe statt. Außerdem gibt es eine Theater- und Tanzgruppe, die schon im letzten Jahr gern besucht wurde.

o    „Runder Tisch“ in der Domagkstraße 3

Am 12.01.2012 fand zum 2.Mal der „Runde Tisch Domagkstraße“ statt. Anlass zur Bildung des Runden Tisches war der Umzug der Kinder- und Jugendfreizeiteinrich-tung wegen fehlender Anforderungen zur Brandsicherheit vom Medienhaus in die Domagkstraße 3 im Februar 2011. Nach kurzer Zeit stiegen die Besucherzahlen, es kamen ältere Jugendliche und junge Erwachsene mit türkischem, polnischem und a-rabischem Migrationshintergrund. Dadurch veränderte sich das Straßenbild in der bis dahin „ruhigen“ Domagkstraße. Um mit den Veränderungen im Straßenbild, der neu-en Lautstärke und anderen „Störungen“ angemessen umgehen zu können verabrede-ten der Träger der JFE , NUSZ in der ufafabrik mit vier Trägern aus der direkten Nachbarschaft und Vertreterinnen des Jugendamtes die Einrichtung eines „Runden Tisches“. Zukünftig wird auch die Leitung des Übergangswohnheimes in der Marien-felder Allee daran teilnehmen. Diesmal ging es um Gewaltvorfälle zwischen Jugendli-chen, die sich Anfang Januar 2012 im Umkreis der Einrichtung und in der Einrichtung ereignet hatten. Die beteiligten Institutionen tauschten sich über die Vorfälle aus und verabredeten Maßnahmen zur nachbarschaftlichen Unterstützung.

o    Medienhaus Marienfelde des NUSZ, Außenstelle Domagkstrasse 3

Für die überwiegend männlichen Besucher findet seit Oktober 2011 ein Boxtraining statt. Dieses Angebot konnte im Rahmen der Quartiersentwicklung W40 und dem Ju-gendamt realisiert werden. Mit Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Herkunft wird durch einen professionellen Trainer einmal die Woche ein Boxtraining durchge-führt.

Das Projekt trägt dazu bei, bei den Jugendlichen durch sportliche Erfolgserlebnisse die Entwicklung von Selbstbewusstsein, Regelorientierung und Leistungsbereitschaft zu unterstützen. Nach Aussagen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Maß-nahme eine hohe sozialpädagogische Unterstützungsfunktion.

o    Planung von Bauarbeiten im Medienhaus Marienfelde, Marienfelder Al-lee 107/109. Die Leistungen (Elektro-, Heizungs-, Schlosserarbeiten etc.) werden ausgeschrieben. In der 4. KW soll die Baustelle eingerichtet werden und mit den Arbeiten begonnen werden. Im März wird im Erdgeschoss die RIFD-Technik (elektronische Ausleihe) für die Bibliothek eingebaut, danach werden die Arbeiten für den Anbau der Außentreppe beginnen. Mit der Fertigstellung des gesamten Baues wird im Mai 2012 gerechnet.

Region Lichtenrade

o    Vom Förderverein „Rückendeckung – Berlin e.V.“ wurde im Lortzingclub der Raum der ehemaligen Kita renoviert und mit freundlichen Farben neu gestaltet. Die Kinder waren in die Gestaltung mit einbezogen und die Wünsche wurden be-rücksichtigt. Durch großzügige Spenden konnten neue Möbel angeschafft werden. Jetzt kann der Raum von den Kindern wieder kreativ genutzt werden. Alle Arbeiten bzw. Anschaffung und Aufbau der Möbel wurde ausschließlich durch ehrenamtli-ches Engagement durchgeführt. Des Weiteren bietet der Förderverein den Kin-dern an drei Tagen in der Woche ein Mittagessen und Schularbeitsbetreuung im Lortzingclub. Ein Kostenbeitrag wird dafür erhoben.

o    Der Internationale Bund (IB) hat das Wohnheim Riemenschneiderweg in die Regi-on Lichtenrade verlagert und hält es seit Ende November 2011 als Dezentrale Wohnraumvergabe im Nahariykiez (Nahariyastraße,Skarbinastraße und Groß-Ziethenerstraße) insgesamt 17 Wohnungen für etwa 80 Menschen vor. Zielgruppe sind wohnungslose Familien und Einzelpersonen sowie Menschen die Ansprüche nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben.

o    In Kooperation mit dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst führt die Schulsta-tion in der Nahariya Grundschule ein Projekt zur Gesundheitsförderung für Kin-der unter dem Motto: „Mach dich fit – beweg dich mit“durch. Der Elternbrief ist be-reits in die Verteilung gegangen.

o    Weitere Angebote: Das erste Erzählcafé in diesem Jahr hat bereits unter großer Beteiligung stattgefunden. Der Elternkurs Peer Eltern an Schule (PEaS) hat in drei Modulen stattgefunden. Die beteiligten 6 Mütter sind nun ausgebildete Peer-Mütter und werden zukünftig im Bereich Prävention mit der Schulstation eng zu-sammenarbeiten.

o    Für die beiden Lichtenrader Fallteams fand Ende Dezember wieder ein „Training on the Job“statt. Thema war die Bearbeitung von Kinderschutzfällen nach der sog. „Essener Methode“, einer sozialräumlichen Arbeitsweise bei der Vertreterinnen und Vertreter von freien Trägern und öffentlicher Jugendhilfe über konkrete Fälle beraten. Bei dieser Veranstaltung ging es insbesondere um die Erteilung von Auf-lagen und Aufträgen des Jugendamtes in Kinderschutzfällen nach der „Essener Methode“. Auch in 2012 ist die Fortsetzung von „Training on the Job“ geplant.

Außerdem treffen sich regelhaft alle zwei Monate die Mitglieder beider Fallteams ausschließlich zum Thema Fallunspezifischer Arbeit (Ressourcen, Brennpunkte, Problemlagen, Vernetzung, usw) für die Region Lichtenrade. Beim letzten Treffen war der Drogennotdienst, Notdienst Tempelhof-Schöneberg eingeladen. Er in-formierte über aktuelle Entwicklungen: Substanzen, Konsum, Folgen und Hilfen. Erfahrungen in der Zusammenarbeit wurden ausgetauscht insbesondere unter dem Fokus Kindeswohlgefährdung und Schutz von Kindern suchtkranker Eltern.

o    Im Rahmen „Fallunspezifische Arbeit“ läuft aktuell ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Bildungsraum Barnetstraße“. Es handelt sich um Arbeitstreffen des Kinder- und Jugendclubs Barnetstraße mit den drei Schulen im unmittelbaren Umfeld, Annedore-Leber-Grundschule, Theodor-Haubach-Schule (ISS) und Carl-Zeiss-Schule (Sekundarschule mit Mittelschule und gymnasialer Oberstufe). Das erste Arbeitstreffen verlief viel versprechend. Die Carl-Zeiss-Gesamtschule konnte allerdings bisher nicht gewonnen werden. Das nächste Arbeitstreffen findet am 13.02.2012 statt. Die Vorbereitung und Durchführung erfolgt durch den Träger Ja-KuS. Die Finanzierung erfolgt über einen Leistungsvertrag mit dem Jugendamt, Region Lichtenrade.

o    Zwischen dem RSD (Regionaler Sozialdienst) und dem Tannenhof, wurde der Fachaustausch wieder intensiviert. Der Tannenhof bietet Therapien für suchtkran-ke Menschen, auch für Eltern mit Kindern aus dem gesamten Bundesgebiet an. Sowohl während der Therapiephase als auch bei Familien, die sich nach der The-rapie in Lichtenrade niederlassen ist eine engmaschige Betreuung der Familien durch das Jugendamt (Unterstützung im Rahmen von Hilfen zur Erziehung und Abklärung  von Kindeswohlgefährdung) wichtig. Thema waren die stetige Verkür-zung der Therapiezeiten durch die Kostenträger, die Situation Kinder suchtkranker Eltern, Schweigeplicht, Umgang mit Rückfällen und so weiter. Ein nächstes Tref-fen ist bereits in Planung.

o    Im Dezember fand zum zweiten Mal an der Carl-Zeiss-Schule mit einer 9.Klasse eine Projektwoche Rechtskundepaket unter Beteiligung und in den Räumen des Jugendclubs Barnetstraße statt. Das Motto war „Recht aufschlussreich“. In der Projektwoche setzen sich Schülerrinnen und Schüler mit Sinn und Zweck, Ablauf und Funktionsweisen maßgeblicher Akteure des Jugendstrafverfahrens auseinan-der. Dabei werden am Beispiel einer fiktiven jugendtypischen Straftat alle wesent-lichen Stationen von der Begehung des Deliktes bis zur Ausurteilung durch Ju-gendrichterinnen und Jugendrichter durchgespielt und reflektiert (Programmagen-tur: SPI, Träger: GSJ).