Weihnachtsgrüße des Jugendstadtrates

Liebe Leserinnen und Leser von KiTS aktuell, angesichts der erschütternden Nachrichten aus den USA, wo in der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, Connecticut, 20 Kinder im Alter von sechs und sieben Jahren sowie sechs Lehrer von dem 20-jährigen Adam Lanza mit unvorstellbarer Grausamkeit erschossen, ja regelrecht hingerichtet wurden, ist es mir als Politiker, der für Kinder, Jugendliche und ihre Familien in unserem Bezirk tätig ist, und als Familienvater dreier Kinder, unmöglich, frohe Weihnachten zu wünschen.

Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen Tagen bei den Familien und Einwohnern von Newtown. Es ist zwar richtig, dass die Gesetzgebung über den Erwerb von Waffen in den Vereinigten Staaten, wenn auch historisch bedingt, schreckliche Taten wie diese begünstigen. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es auch in Deutschland schon zu ähnlichen Vorfällen kam. Auch die vorhandene Sicherung der Grundschule hat letztlich dem gewaltsamen Eindringen des Täters nicht widerstehen können.

Strengere Waffengesetzte, Ja. Schulen aber wie Festungen auszubauen, dürfte kaum ein gangbarer Weg sein. Wie schützen wir also unsere Kinder vor derartigen Taten? Nein, kein Verständnis für den Täter, dessen Motive noch weitestgehend im Dunkeln liegen. A-ber, wir müssen bei den Tätern ansetzen. Wir müssen mit allen Mitteln in unserer Gesell-schaft verhindern, dass es so solchen Gewaltexzessen kommt. Wir müssen uns mehr um diejenigen kümmern, die sich von der Gesellschaft und ihren Familien allein gelassen füh-len. Wir müssen sie aus ihrer Außenseiterposition in die Gesellschaft zurückholen. Und wir müssen einfach mehr auf unsere Kinder und Jugendlichen achten, dass sie nicht zu Tä-tern werden.

Erdrückende Kontrolle, wie offenbar bei Adam Lanza durch seine Mutter, ist ebenso falsch wie gewähren lassen und  desinteressiert sein an dem, was sie tun. Kinder und Jugendli-che müssen von ihren Eltern und Freunden geliebt werden und dies auch wahrnehmen, ohne von dieser Zuneigung erdrückt zu werden. Das klingt alles leichter als es im richtigen Leben ist. Wir müssen aber versuchen, niemanden allein zu lassen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien im Namen des Jugendamtes Tempelhof-Schöne-berg ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest und alles Gute für das kommende Jahr.

Ihr Oliver Schworck
Bezirksstadtrat für Jugend, Ordnung, Bürgerdienste in Tempelhof-Schöneberg